Laufen

Soooo sensibel!

Die Waldnymphe kommt bald zurück, deshalb gab’s ein Bild von Rhys, der sich freut, dass Jamie wieder da ist!

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich, seit ich Sport mache und abgenommen habe, unglaublich fragil geworden bin. Genau das Gegenteil von dem, was ich erreichen wollte. Und natürlich auch nur eine „gefühlte“ Sache, denn die harten Fakten sagen, dass ich seltener krank bin, mein Blutdruck sich normalisiert hat, Haut und Haare so viel schöner geworden sind, ich mit weniger Schlaf viel ausgeruhter bin und meine mentalen Probleme deutlich besser zu händeln sind.

Aber gefühlt … gefühlt belauere ich mich selbst, habe ständig Schmerzen, wird jedes kurze Vertreten auf seine Langzeitfolgen hin analysiert. Gestern beim Laufen habe ich es geschafft, bis Kilometer vier mein Knie völlig zu vergessen (nicht, dass es wehgetan hätte! Aber man muss es beobachten. Ständig!) – aber dann tat mir plötzlich die linke Fußsohle weh! Was sollte ich tun? Ich hoffte auf geschlossene Bahnschranken, um eine Minute Erholung zu bekommen. Aber die Deutsche Bahn tat mir keinen Gefallen und einfach so mitten auf freier Strecke langsamer zu werden, nur weil etwas wehtut …? Wo kämen wir da hin! Also habe ich es weggelaufen und dabei konstante Horrorvorstellungen darüber, was die Schonhaltung mit meinem Knie anrichten wird, vor Augen gehabt. Schon amüsant – Voller Hypochondermodus aber bei weitem nicht genug, um eine Handlungsaufforderung zu provozieren.

Ende vom Lied war, dass der Schmerz – wie immer – nach ein paar hundert Metern wieder weg war und dies mein Knie nicht im Geringsten gejuckt hat. Allerdings hat die Schonhaltung mir einen kleinen, sehr lokalen Muskelkater im Oberschenkel eingebracht. Trotz Schleimrollen. Trotz Wechselduschen. Trotz Durchblutungsbürsten.

Macht nichts, da ich heute sowieso einen Ruhetag einlegen werde. Erstens, weil mir das Kühlschrankbüro eine kleine Erkältung beschert hat, die ich nicht ausbrechen lassen möchte und Zweitens weil der landwirtschaftliche Wetterdienst für meine Joggingstrecke heute zu meiner Laufzeit zu 90% Regen vorhersagt (ja, der landwirtschaftliche Wetterdienst ist so genau, dass er bis auf Parzelle herunter Vorhersagen gibt!). Dann wird die Zeit eben genutzt, um im Prollo-Kaufland eine Klinikpackung Handkäse zu erwerben (falls sie welchen haben. Der ist sehr oft ausverkauft. Der Einkäufer dort ist wirklich nicht sehr gut) und auf die Post zu gehen.

Dafür liegt morgen die Regenwahrscheinlichkeit um sechs Uhr morgens nur bei einem Prozent. Das klingt doch nach einem Morgenlauf! Dann hat’s hoffentlich auch bessere Temperaturen. Die schwüle Hitze der letzten zwei Tage hat das Laufen nicht wirklich angenehm gemacht.

Und morgen Mittag geht’s zur Waldnymphe! Die kommt nämlich morgen ganz früh wieder aus dem Land der Bacon Pancakes nach Hause. Viel wird dank Jetlag wohl nicht mit ihr anzufangen sein, aber ein bisschen erzählen und zusammen kochen ist bestimmt drin.

Gar nicht zu reden davon, dass heute ein-Eimer-Eis-für-mich-Tag ist! Wird das Gemüse und den Handkäse gar prächtig abrunden. Dazu ein paar Folgen Two Broke Girls und der Abend ist perfekt.

Makros, Ernährungsformen, werd‘-ich-etwa-vegan und Laufen

Relaxing after the fight
Ich bekomme derzeit zu wenig Eiweiß. Ich dümple zwischen 80 und 120 Gramm herum. Letzteres ist mehr als prima, weil es mehr als zwei Gramm pro Kilo Körpergewicht entspricht, ersteres ist mit knapp 1,4 eher am „meh“-Ende der Skala und leider häufiger. Abgenommen habe ich mit Low Carb High Protein. Ich habe am Fett gespart und tue das auch noch heute. Mehr oder weniger. Denn meine Makrozusammensetzung hat sich immer mehr verschoben und ich bin jetzt bei 40/35/25. 40 % Kohlenhydrate (zu 90 % aus Gemüse), 35 % Protein und 25 % Fett. Damit komme ich prinzipiell ganz gut klar, da ich immer noch Volumen essen möchte/muss, um mich gut gesättigt zu fühlen.

Aber die ganze letzte Woche hatte ich Hunger. Viel mehr als sonst. Wobei „die ganze Woche“ sehr übertrieben ist. Eigentlich nur morgens. Natürlich ist da auch fehlinterpretiertes Durstgefühl dabei, das sich nach einer Tasse Wasser und einer Tasse Kaffeedarsteller wieder legt … aber trotzdem hatte ich auch danach noch deutlich mehr Hunger bis zum Ende des Fastenfensters. Von 13 bis 22 Uhr habe ich keinen Hunger. Ich habe sogar mehrfach meinen Kaffee nach dem Abendessen weggelassen. Aber morgens bis 13 Uhr – das kann im Moment grade sehr lang werden.

Mag daran liegen, dass ich wegen der Sparaktion im Defizit liege und mein Körper sich gerade so komfortabel im Gesamtumsatz eingerichtet hatte. Also reiner Protesthunger. Aber ebenso kann es sein, dass ich vielleicht an der Makroverteilung schrauben sollte. Ich werde mir mal wieder ein paar Rollen Handkäse in den Kühlschrank packen. Die schlagen eiweißmäßig ja sogar die Alternativen der Omnivoren (die magische Hühnerbrust) aus dem Feld. Ja, ich glaube, nächste Woche sind Käsetage angesagt. Schmeckt gut, ist kalorientechnisch super einzubauen und hatte ich schon länger nicht mehr. Ob das für die Culinary Diverity-Wölfe zählt? Hmmm … besser noch mit etwas anderem kombinieren. So sehr, wie ich gerade von Rührei mit Handkäse phantasiere, muss es wohl tatsächlich mal mehr Eiweiß und Fett sein!

Auf jeden Fall ist meine derzeitige Haltephase ein hervorragender Zeitpunkt, um verschiedene Ernährungsformen zu testen, bevor ich die letzten fünf Kilo angehe, die eindeutig Kür und nicht Pflicht sind und dank des Pareto-Abnehmens auch nur sehr schwer herunterzubekommen. Ich könnte mal Low Carb High Fat ausprobieren. Aber ich fürchte mich davor, dass mein Körper dann die kleinen Portionen ablehnen könnte (ja, alles unter 500 – 750 Gramm für ein Abendessen ist für mich Büffetfräse nunmal „zu klein“). Und eigentlich mag ich Gemüse auch zu gern, um es nicht in großen Mengen zu essen. Ganz davon ab, dass ich erst einmal vegetarische Rezepte aus dem LCHF-Bereich finden müsste, die sich mealpreppen und schnell zubereiten lassen, weil ich abends nach Job und Sport nicht mehr Willens bin, lange in der Küche zu stehen. Oder sogar vegane Rezepte? Ich neige bei Hauptmahlzeiten immer mehr zum Veganismus. Ansonsten ja nicht – siehe mein tägliches Quarkporridge und die geplante Käse-Eskalation. Aber Veganes lässt sich viel einfacher und langfristiger vorbereiten. Und ja, ich gebe es zu – Sojajoghurt schmeckt mir mittlerweile besser als normaler Joghurt. Wenn irgendjemand noch gescheiten und vor allem bezahlbaren Soja-Magerquark erfindet (dass Aldi günstigen Sojajoghurt anbietet ist ein Geschenk des Himmels!), stünde einer Transition zum kompletten Veganismus nichts mehr im Wege.

Gestern war ich zum ersten Mal seit einer Woche wieder laufen. Ungünstiger Tag da heiß und sehr, sehr schwül. Hammerzeiten waren also in jedem Fall nicht zu erwarten. Egal, Hauptsache wieder Bewegung! Also in die Laufklamotten und losgetrabt.

Es war anstrengend. Sehr anstrengend. Obwohl ich davon mindestens 70 % auf das Wetter schiebe. Aber – ich habe meine übliche Strecke nicht nur in akzeptabler wenn auch sicher nicht ehrfurchtgebietender Zeit (Rundenzeiten von 5:14 bis 5:18) geschafft, sondern noch dazu Spaß dabei gehabt und das Knie tat kein Stück weh! Über Nacht hat es auch keinen Schmerz entwickelt. Ich scheine also geheilt. Und ab Sonntag dann wieder Krafttraining! Ich freue mich so!

Auffallend war, dass ich sehr stark geschwitzt habe. Deutlich mehr als sonst. Ich habe sogar fast Forrest-Gump-Reenactment gemacht, in dem ich ein Smiley auf den Rücken meines Shirts geschwitzt habe. Ob das am Wetter oder dem ausgesetzten Training lag, kann ich nicht sagen. Ich beobachte das weiter.

Heute Morgen habe ich dann nicht nur Nacken und Schulter, sondern auch den Rest des Rückens und die Beine geschleimrollt. Nur um sicherzugehen. Hilft bestimmt!

Zum Abschluss der Kalorien-für-Eis-Sparstand: Glatt 1300 Kalorien. Noch 30 bis zum Brownie-Eis. Ja, ich weiß. Ich wollte nicht mehr so zwanghaft zählen. Aber im Spar-Fall bin ich immer noch lieber hypergenau und im deutlichen Übererfüllungsmodus. Weil zwanghafter Kontrollfreak und so!

Total verkalkt – meine Nützlichkeit im kommenden Skeleton War

Gestern also erstens wieder 400 Kalorien in die Eis-Spardose eingezahlt. Zweitens festgestellt, dass es bei uns im Rewe gar kein Ben&Jerry’s gibt, was meinen Plänen für Samstag einen empfindlichen Schlag versetzt und drittens war ich wegen meiner Schulterschmerzen und dem knackenden Knie beim Arzt.

Der Doktor sah sich zuerst alles an, drehte herum, ließ mich gegen seine Hand drücken, schieben, alles Mögliche eben. Dann wurde geröntgt. Und hier gab´s das Highlight des Tages für mich, als die Arzthelferin mit den Worten „Sie sind ja schlank“ die kleinste Bleischürze von der Ablage nahm. Hoo-fuckin’-raay. Fremdwahrnehmung für den Gewinn. Andererseits hatte ich eh schon Oberwasser, weil mir mittlerweile trotz Muskelzugewinn die Qwertee-Shirts in „S“ passen. Und die sind eigentlich wirklich klein.

Egal, weiter im Text. Die Röntgenbilder ergaben, dass ich einen Kalkeinschluss an der Bizepssehne (kann auch anders heißen und ich verwechsle da etwas) in der Schulter habe. Das führt dazu, dass ich manchmal eine Entzündung produziere, wenn ich mich dort überanstrenge. Was bei Dingen wie Bankdrücken, Reverse Flys und Seilspringen gut passieren kann. Ich muss jetzt also erst einmal zwei Wochen Pause machen, was die Gewichte und Bodyweight (außer Glute Bridge und ein klein bisschen Bicep/Hammer Curls, das darf ich noch) angeht (der Arzt ließ leider nicht mit sich Feilschen. Ich war enttäuscht) und dann sehen, dass ich die für die Schulter belastenden Übungen etwas verteile. Doof, weil mir definierte Schultern mit am Wichtigsten sind und ich mich gern darauf konzentriere. Aber ich höre auf den Experten und mache langsam.

Und dann noch das Knie … zuerst dachte der Doc an beginnende Arthrose, befragte mich zu meiner Lauftechnik und riet mir an, mehr auf dem Vorderfuß zu laufen und noch kürzere Schritte zu machen. Nach dem Röntgen war das mit der Arthrose und die angedachte Kniespülung (örks) zwar reichlich vom Tisch, doch stellte sich heraus, dass ich mir beim übertriebenen Radfahren letztes Wochenende die Kniescheibe leicht nach außen verschoben habe. Das erklärt das Knacken. Außerdem scheint die Patella an sich etwas unsymmetrisch. Jedenfalls wurde mir eine Stützbandage verschrieben, die ich jetzt tragen soll, bis das Knie sich wieder normal anfühlt.

Joggen wurde mir nicht verboten, so lange ich dabei beschwerdefrei bin und die Bandage benutze. Na, wenigstens ein bisschen Sport darf ich die nächsten zwei Wochen also machen!

Tja, die Bandage … ich bin direkt zum Sanitätshaus, das praktischerweise im selben Gebäude ist, und habe die Verschreibung eingelöst. Ich nahm die billige Variante, da ich keinen Unterschied spüren konnte und für zwei Wochen nicht 26 statt sechs Euro ausgeben wollte, wenn sogar die Fachangestellte meinte, das sei meiner persönlichen Präferenz überlassen. Ich bin nach Hause, zog meine Laufsachen an, werkelte die Bandage übers Knie und muss sagen, dass mein Respekt für Annesch noch einmal gewachsen ist. Alter Schlappen, die Vorstellung, so etwas den ganzen Tag am ganzen Bein zu haben … das ist nix für Weicheier. Lady, you rock!

Jedenfalls lief ich damit meine Runde. Konzentrierte mich darauf, einen Extremtest zu machen um zu sehen, ob das Teil rutscht. Dazu dann noch der Versuch, das Vorderfußlaufen und die kleinen Schritte zu praktizieren. Das Ergebnis: Die besten Rundenzeiten, die ich je hatte (5:08!). Bei gleichbleibendem Kalorienverbrauch. Also laufe ich so einfach effizienter. Coole Sache. Und die Bandage ist auch nicht gerutscht oder hat mich sehr behindert.

Heute war die Kleidungswahl fürs Büro allerdings nicht ganz einfach. Meine normalen Jeans sind skinny und die gingen zwar problemlos über die Bandage, ich sah aber aus wie der letzte Honk, weshalb ich auf meine weiten Sommerhosen zurückgegriffen habe. Kann man Bandagen auch über Leggins/Strumpfhosen ziehen? Dann könnte ich mal wieder Rock tragen. Rock ohne was drunter ist mir in unserem Kühlschrankbüro zu kalt.

Heute Abend werde ich mal nachsehen, ob es im Voldemart Ben&Jerry’s gibt. Da ich derzeit nicht Fahrrad fahren sollte, schränkt das meinen Radius ein und ich muss das Auto für diese Expedition nutzen. Dumme Sache. Hoffentlich ist das Knie bald besser! Außerdem schaue ich Youtube-Videos, in denen B&J-Fake-Eis getestet wird. Hilft nur nicht, da die Fakedinger alle nur Cookie Dough (dass der Tester „dough“ die ganze Zeit wie „duu“ ausgesprochen hat, hat mich irrational aufgeregt … ich bin ein Brit-Nerd) zu haben scheinen. Ich will aber Peanut Butter Cup!

Das sind mal Probleme …

Der Tag nach den Macarons

Throat Full of Glass
Ach, das war schon klasse. Hat sich absolut gelohnt! Natürlich hätte ich gern ungefähr doppelt so viele der kleinen Gebäckmonster gegessen (diese „mir reicht mittlerweile ein Stück Schokolade und dann höre ich auf. Ist mir sonst zu viel“-Menschen sind mir zutiefst suspekt), aber dieses kleine Paket war schon großartig!

Ich begann den Tag mit einer leicht verlängerten Joggingrunde. Dann habe ich ein wenig TESO gespielt, mich totgestellt, als die Zeugen Jehovas geklingelt haben und mich dann um halb elf aufs Fahrrad geschwungen. Die Hinfahrt war einfach und – bis auf mein übliches Verirren – ereignislos. Es ist schon seltsam: Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Und trotzdem verirre ich mich beim Radfahren regelmäßig. Nicht nur in den Dörfern, sondern auch noch auf freiem Feld! In den Zeiten vor Google Maps bin ich dann eben so lange herumgegurkt, bis ich eine Bushaltestelle gefunden habe, um mich zu orientieren. Scheint aber familiär bedingt zu sein. Schwestereinheit wollte mal auf den Königsstuhl radeln und landete auf dem Dielsberg. Da sich der Hund weigerte, die Irrfahrt noch länger zu unterstützen, musste sie dann unsere Elterneinheiten anrufen und sich abholen lassen.

Auf jeden Fall habe ich es nach einer Stunde dann doch in die Stadt geschafft und es zeigte sich, dass das Fahrrad eine gute Wahl gewesen war, da ein Unfall direkt vor der Macaronnerie den Verkehr ziemlich lahmlegte. Ich band mein Rad also etwas weiter weg gut fest, kaufte mir Macarons und lief dann noch ein bißchen herum. Stellte fest, dass man derzeit nur „Boyfriend-“ oder Skinnyjeans bekommt. Letztere habe ich genug und sind mir auch immer irgendwie zu kurz. Für den Sommer egal, aber wenn der Winter kommt mag ich nicht an den Knöcheln frieren, weil mir die Hosen immer aus den Stiefeln rutschen! Und erstere sehen einfach aus, als trüge man einen löchrigen Sack. Ist nicht so meins.

Ich muss mal wieder zum Jeans-Monsterladen und in der Herrenabteilung wildern. Da gibt´s die hübscheren und praktischeren Hosen.

Der Rückweg war weniger schön, da sich ein heftiger Wind entwickelt hatte, der mich von schräg vorne erwischte und manchmal fast in den Acker wehte. Am Ende bin ich Umwege gefahren, um etwas mehr Windschutz zu bekommen.

Schön war es trotzdem und wird wiederholt. Ich habe, weil ich meinen Hut nicht mehr finde, nur ein bißchen Sonnenbrand auf Stirn und Nase.

Und ich werde heute nur ein wenig Hanteltraining zu Hause machen. Mein Knie knackt nämlich komisch. Und das will ich nicht fördern! Außerdem ist mir nach den gestrigen Menschenmassen nach ein wenig Erholung.

Laufen war ich heute schon, Bewegung sollte es also genug sein.

Die Waldnymphe ist gut im Deep South angekommen, hat schon um vier Uhr morgens eine WhatsApp geschickt. Der Erklärfaun ist seit drei Uhr auf der Autobahn gen Norden. Und ich so: Hallo, ich halte die Stellung!

Weiterhin manchmal doof

„Hey, 30 Grad gehen doch noch – neulich bin ich auch bei 37 Grad gelaufen!“

Manchmal bin ich unbelehrbar. Ja, dreißig Grad „gehen noch“. Wenn man nicht genug Luftfeuchtigkeit dazu hat, dass einem Fischschwärme die Vorfahrt nehmen! Mann, war ich nach meinen fünf Kilometern am Ende. Aber ich habe durchgezogen. Gnadenlos und mit krebsroter Murmel, hinterher nass wie frisch aus der Wanne gezogen – aber durchgezogen. So doof. Mache ich heute nicht nochmal. Vielleicht.

Aber der Lauf hat mir ein extremes Erfolgserlebnis beschert! Ich habe vergessen, dass man zur Feierabendzeit besser die Allee meidet und bin gedankenverloren dorthin abgebogen. Und wer kommt mir entgegen? Dicker Ami mit dickem Kind und unangeleintem Aggressivpinscher! Wir erinnern uns – den, den ich anblaffen musste. Aber er ist offenbar lernfähig! Denn kaum wurde er meiner und meines Zähnefletschens ansichtig, fing er seine unerzogene Trethupe ein und leinte sie an. Ich bin schwer entzückt. Offenbar hat es geholfen, ihn anzubrüllen! Daraus ziehe ich den Schluss, dass der gemeine Trottel nur durch Zorn in seiner Umgebung lernt. Ob ich das auch auf andere Fälle übertragen kann …? Nein, besser nicht!

Ansonsten hatte ich einen entspannten Tag. Konnte mich auf der Arbeit auf neue Projekte konzentrieren und bekam abends meine Linzertorte. Von der ich mit Ach und Krach ein großes Stück in mein Budget zwängen konnte. Opfer müssen gebracht werden. Dann eben mal ein paar Tage schlechtere Makros, dafür aber Kuchen zum Nachtisch! Da ist es fast ein Segen, dass ich im Moment so wenig Kraftsport mache und deshalb mit 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht auskomme.

Wobei die Linzertorte meines Vaters viel bessere Werte hat als das, was man gemeinhin in Bäckereien bekommt. Denn er benutzt das Rezept meines Ur-Urgroßvaters. Und Ende des vorletzten Jahrhunderts war Gebäck noch nicht so süß und der Marmeladenanteil in der Linzer geringer. Sie schmeckt deutlich würziger und kräftiger als Kaufware. Aber das gilt ja allgemein. Auch die Schwarzwälder Kirschtorte meines Urgroßvaters von 1935 ist bei weitem nicht so klebrig wie das, was heutige Konditoren produzieren. Viel mehr herbe Noten drin und keinerlei kandierte Kirschen, sondern ganz normal ohne Zucker gekochte Früchte und keine Buttercreme sondern normale Sahne. Sehr lecker! Amüsantes Detail: Die ganzen alten Backrezepte sind handschriftlich festgehalten und auf Bäckereimaßstäbe ausgelegt. „Man nehme fünf Kilo Mehl …“

Laufen versus die Deutsche Bahn

Gestern habe ich meine Freude an Monotonie und geregelten Abläufen unterbrochen um auszuprobieren, wie ich am besten schlechten Hundehaltern beim Joggen aus dem Weg gehen kann. Dazu stellte ich folgende Thesen auf (unbelegt aber letztendlich gibt mir der Erfolg bisher recht): Schlechte Hundehalter sind faul. Sie erziehen ihre Hunde aus Bequemlichkeit nicht, führen sie aus eben dieser Bequemlichkeit auch nicht an der Leine und machen vor allem keinen Schritt zu viel. Deshalb begegnen sie mir auch grundsätzlich nur in Stadtnähe und nicht weiter draußen im Feld. Außerdem meiden sie natürlich schlechtes Wetter. Neuralgische Punkte für Begegnungen sind deshalb stadtnahe, schattige, angenehme Wege direkt nach Regengüssen.

Fazit: Meine geliebte Allee ist genau diese Schnittmenge. Well, fuck.

Also galt es, möglichst unbequeme Alternativen zu suchen. Die fand ich in Form des Anstiegs in Richtung nächster Ortschaft. Faule Leute tun sich das nicht an und es ist auch nicht nah genug am Wohngebiet. Dumm nur, dass mir bei dieser Strecke ein halber Kilometer fehlen würde. Doch hier sprang selbstlos die Deutsche Bahn in die Bresche! Indem sie nämlich mal wieder völlig blöd- und unsinnig ewig die erste Schranke zuließ mit auf Kilometer hinaus keinem Zug in Sicht. So lange, bis mir (und mehreren Autofahrern) der Geduldsfaden riss. Ich drehte um und nahm eine Strecke, die eigentlich aus der Allee erwächst und deshalb problematisch sein könnte, andererseits aber nicht angenehm schattig ist und auch wieder zu weit vom Wohngebiet entfernt, um den schlechten Hundehaltern bequem zu sein.

Bedeutet zwar, dass ich anderthalb Kilometer doppelt laufe (was mir nicht so gut gefällt. Monotonie ist toll aber nur von Tag zu Tag, nicht innerhalb eines Tages. Ja, nicht erklärbar), gibt mir aber anderseits gleich zwei Anstiege und von daher einen besseren Trainingseffekt. Kommt streckenmäßig bis auf hundert Meter an meine normale Runde heran und wird deshalb testweise ins Repertoire aufgenommen. Und das Beste: Keine einzige Hundebegegnung! Wobei natürlich gestern auch durchgehend gutes Wetter war, was die schlechten Hundehalter etwas entzerrt. Die sind ja wie Regenwürmer und kommen raus, sobald es keinen Niederschlag mehr hat.

Eigentlich wollte ich heute einen trainingsfreien Tag einlegen. Da sich aber T. für heute Abend zum Grillen angekündigt hat und Grillkäse mitbringen wird, dessen Fettmenge eine Eskimofamilie vor Freude zum Tanzen bringen würde, werde ich mal sehen, ob ich nicht doch noch eine Runde drehe. Ich habe schon mein Mittagessen reduziert. Denn ich habe vor, nicht nur Käse, sondern auch Brot mit Butter und zum Nachtisch Schokolade zu essen. I run because I really like to eat! Stimmt wirklich auffallend!

Zorn beim Sport

Als ich gestern nach Hause kam war ideales Laufwetter. Rund um Frankfurt gab es noch wolkenbruchartige Regengüsse aber bei uns war es windig, leicht bewölkt und nur ein ganz kleines Bisschen zu warm. Ich stieg also gut gelaunt in die Sportklamotten (bei mir sind Lauf- und Eisenstemmklamotten bis auf die Schuhe und den Schlüssel-verstau-Gürtel reichlich identisch, daher der blanket term) und rannte los. Ich hatte zu Beginn auch sehr viel Freude und Entspannung. Bis ich zur Allee kam und vor mir ein Ami sein dickes Kleinkind auf einer Art Bobbycar herumschob und sein unangeleinter Zwergpinscher um ihn herumwatschelte. Eben jener Zwergpinscher verhielt sich unauffällig … bis ich auf seiner Höhe war. Dann fing er an wie blöde aggressiv zu Bellen und um mich herumzurennen. Mann, hasse ich solche unfähigen Hundehalter! Keine Kontrolle über ihre Wadenbeißer aber ohne Leine laufen lassen. Und dann weiß ich nicht, ob ich zutreten darf oder ob ich damit Sachbeschädigung begehe und die Tierarztrechnung bezahlen darf …

Also blieb mir nur, den Typen mit einer kurzen, ausgewählten Beleidigung zu bedenken und weiterzulaufen. Der Hund hatte zum Glück dann doch genug Respekt, mich nicht zu beißen.

Ich überlege, meine Joggingstrecke zu ändern, um weniger knackendoofen Hundehaltern zu begegnen. Aber warum muss ich auf die schöne Allee mit den schattenspendenden alten Bäumen verzichten, nur weil manche Leute zu dumm sind, einen Eimer Wasser umzutreten? Das ist nicht gerecht!

Aber gestern gab es noch mehr Ungemach. Als ich zum ersten Bahnübergang kam, war der geschlossen. Ich kann ihn schon einen Kilometer vorher sehen und er war die ganze Zeit zu. Die Schlange der wartenden Autos war beträchtlich. Als ich dort ankam, fuhr ein Zug vorbei. Die Schranke blieb danach unten. Zwei Minuten später kam noch ein Zug. Die Schranke blieb weiter geschlossen. Mittlerweile standen auf jeder Seite etwa zehn Autos und drei Radfahrer. Kein Zug. Schranke zu. Die ersten Autofahrer wendeten und suchten Alternativstrecken. Nach fünf Minuten schaltete mein Imperator ab. Ich wurde sauer. Kein Zug. Schranke unten. Noch ein paar Minuten später habe ich mich einfach an der Schranke vorbeigequetscht, sah rechts und links die Schienen entlang auf Kilometer in keine Richtung einen Zug und trabte weiter. Als ich zwei Kilometer weiter an die nächste Kreuzung kam, hatte mich immer noch kein Auto überholt. Was bedeutete, dass die Schranke immer noch geschlossen war. Tja. Wohl kaputt.

Hoffentlich wird es heute etwas spaßiger. Wobei ich es doch recht ruhig hingenommen habe. Früher wäre ich deutlich wütender geworden.

Anderes, leicht verwandtes Thema: Ich habe mir auf Anneschs Empfehlung hin ein Buch übers Laufen gekauft. Um zu sehen, ob ich wirklich zu viel und falsch trainiere. Ich bin noch am Anfang der Lektüre aber es scheint, als sei alles deutlich entspannter als bisher gedacht. Das klingt doch gut! Vielleicht brauche ich auch noch mehr Literatur zum Thema.

Heute Abend werde ich wieder eine süße Lizza zum Nachtisch bauen. Und vorher Bratgemüse auf meiner Olé-Olé-Superfolie machen. Dann bleibt sogar noch Platz für einen Eimer Joghurt mit Pfirsisch.