Macarons

Der Tag nach den Macarons

Throat Full of Glass
Ach, das war schon klasse. Hat sich absolut gelohnt! Natürlich hätte ich gern ungefähr doppelt so viele der kleinen Gebäckmonster gegessen (diese „mir reicht mittlerweile ein Stück Schokolade und dann höre ich auf. Ist mir sonst zu viel“-Menschen sind mir zutiefst suspekt), aber dieses kleine Paket war schon großartig!

Ich begann den Tag mit einer leicht verlängerten Joggingrunde. Dann habe ich ein wenig TESO gespielt, mich totgestellt, als die Zeugen Jehovas geklingelt haben und mich dann um halb elf aufs Fahrrad geschwungen. Die Hinfahrt war einfach und – bis auf mein übliches Verirren – ereignislos. Es ist schon seltsam: Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Und trotzdem verirre ich mich beim Radfahren regelmäßig. Nicht nur in den Dörfern, sondern auch noch auf freiem Feld! In den Zeiten vor Google Maps bin ich dann eben so lange herumgegurkt, bis ich eine Bushaltestelle gefunden habe, um mich zu orientieren. Scheint aber familiär bedingt zu sein. Schwestereinheit wollte mal auf den Königsstuhl radeln und landete auf dem Dielsberg. Da sich der Hund weigerte, die Irrfahrt noch länger zu unterstützen, musste sie dann unsere Elterneinheiten anrufen und sich abholen lassen.

Auf jeden Fall habe ich es nach einer Stunde dann doch in die Stadt geschafft und es zeigte sich, dass das Fahrrad eine gute Wahl gewesen war, da ein Unfall direkt vor der Macaronnerie den Verkehr ziemlich lahmlegte. Ich band mein Rad also etwas weiter weg gut fest, kaufte mir Macarons und lief dann noch ein bißchen herum. Stellte fest, dass man derzeit nur „Boyfriend-“ oder Skinnyjeans bekommt. Letztere habe ich genug und sind mir auch immer irgendwie zu kurz. Für den Sommer egal, aber wenn der Winter kommt mag ich nicht an den Knöcheln frieren, weil mir die Hosen immer aus den Stiefeln rutschen! Und erstere sehen einfach aus, als trüge man einen löchrigen Sack. Ist nicht so meins.

Ich muss mal wieder zum Jeans-Monsterladen und in der Herrenabteilung wildern. Da gibt´s die hübscheren und praktischeren Hosen.

Der Rückweg war weniger schön, da sich ein heftiger Wind entwickelt hatte, der mich von schräg vorne erwischte und manchmal fast in den Acker wehte. Am Ende bin ich Umwege gefahren, um etwas mehr Windschutz zu bekommen.

Schön war es trotzdem und wird wiederholt. Ich habe, weil ich meinen Hut nicht mehr finde, nur ein bißchen Sonnenbrand auf Stirn und Nase.

Und ich werde heute nur ein wenig Hanteltraining zu Hause machen. Mein Knie knackt nämlich komisch. Und das will ich nicht fördern! Außerdem ist mir nach den gestrigen Menschenmassen nach ein wenig Erholung.

Laufen war ich heute schon, Bewegung sollte es also genug sein.

Die Waldnymphe ist gut im Deep South angekommen, hat schon um vier Uhr morgens eine WhatsApp geschickt. Der Erklärfaun ist seit drei Uhr auf der Autobahn gen Norden. Und ich so: Hallo, ich halte die Stellung!

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Darf man sich auf Süßigkeiten freuen?

Have you ever ...

… oder ist das schon wieder ein gestörtes Verhältnis zu Essen? Immerhin mache ich um mein normales Essen, all´die Gemüsepfannen und Tofuteile, den Porridge und das Obst, kein solches Bohei. Ich freue mich nämlich immens auf Samstag, wenn ich eine Radtour machen und an deren Ende Macarons kaufen werde. Ich habe zu diesem Zweck Kalorien angespart, Sport gemacht (okay, den Sport habe ich nicht deswegen gemacht. Zählt aber trotzdem!) und mir damit ein komfortables Defizit erwirtschaftet, das ich Freitag und Samstag ausgeben werde. Zunächst heute Abend 300 Kalorien für die beiden Cadbury Creme Eggs (ja, da ist es wieder, mein guilty pleasure!), die der Erklärfaun mir aus England hat mitbringen lassen (Hurra für Work-Wife, der den Transportteil übernahm!) und dann morgen 700 Kalorien für 100 Gramm Macarons (dürfte hinkommen), die ich mit dem morgendlichen Laufen (170 Kalorien) plus den zwei Stunden Fahrradfahren (550 Kalorien) erreichen werde. Im Verlauf dieser Woche habe ich dann noch so 500 als Defizit angespart und werde das in Currytofu umsetzen.

Also … ist so etwas krank? Kontrollfreakig? Definitiv kein intuitives Essen?

Und wenn ja – wäre das schlimm?

Ich bin auch im restlichen Leben sehr darauf aus, über alles die Kontrolle und Übersicht zu behalten. Ich möchte die Dinge rational und durchdacht angehen und alles Intuitive ist mir suspekt, wenn auch nicht fremd. Deshalb denke ich nicht, dass es pathologischer ist, sein Essen zu kontrollieren als seine Termine und Verabredungen. Oder sein Sportpensum. Oder den Kilometerstand des Autos.

Von daher versuche ich jetzt einfach mal, meinen aktiven inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen, freue mich auf den Ausflug und auf die Süßigkeiten und muss mich hinterher nicht grämen, weil ich schließlich vorgespart habe.

Sonstiges: Es waren tatsächlich die Miniauberginen, die mir nicht geschmeckt haben. Werde ich also nicht mehr kaufen. Aber ich habe ja noch so viele Möglichkeiten! Heute Mittag gehe ich den Wocheneinkauf erledigen und sehe mal, was es so Ansprechendes gibt. Vielleicht nicht wieder etwas noch nie Dagewesenes, sondern lieber etwas, das ich schon lange nicht mehr hatte? Wir werden sehen! Hokkaidos sind jedenfalls schon wieder sehr schmackhaft. Da hole ich mir vermutlich wieder einen. Reicht beim Meal-Preppen für vier Tage!

Schmerzen. Dumme Sache, das.

Rhys in TESO nachgebaut. Hübsche Wölfe!

Ich fürchte, ich komme nicht mehr darum herum, einen Termin beim Arzt zu machen. Die Schmerzen in der linken Schulter sind schlimmer geworden und nun sogar permanent spürbar. Normalerweise bin ich sehr stur, folge dem „kommt von allein, geht von allein“-Mantra, da mir Arztbesuche ein absolutes Gräuel sind. Doch diesmal fürchte ich, geht es nicht von allein.

Die leichten Schmerzen, wenn ich im Schlaf den Arm zu lange über dem Kopf gelagert hatte (ich schlafe seesternartig ausgebreitet auf dem Rücken), habe ich seit Jahren und sie sind auch fast sofort wieder weg, wenn ich mich bewege.

Aber seit ich relativ viel Sport mache, ist es schlimmer geworden. Ich würde es verstehen, wenn mich der Schmerz nach dem Bankdrücken oder den Trizepsübungen erwischen würde … aber er ist erstaunlicherweise nach Laufen, Radfahren und Seilspringen am stärksten. Besonders Seilspringen … Ich habe mir beim Decathlon-Outlet ein Springseil gekauft (und eine weitere Laufhose. Man kann nie genug Laufhosen haben!) und das scheint meine Schulter mit Vehemenz zu hassen. Die einzig gute Sache dabei ist, dass der Schmerz nie beim Sport selber auftritt, sondern immer erst sehr viel später. Meistens nachts.

Da ich es langsam lästig finde, von Schmerzen aufzuwachen, muss ich wohl nachher tatsächlich meinen Hausarzt anrufen. Grml.

Ansonsten steht heute an, die Wunderauberginen zu essen („Penis!“-Rufe von den billigen Plätzen im Kopf). Ich habe schon ge-meal-prepped (tolles Monsterwort!) und Kürbis, Auberginen, Paprika und Tomaten mit Tofu eingelegt (den „I can´t believe it´s not Hähnchen-Geschnetz“-Tofu vom Prollo-Kaufland, den mir K. und T. empfohlen haben). Muss heute Abend nur noch in den Ofen. Ich bin immer noch bei etwa 300 Kalorien Defizit. Damit sollte das Wochenende gut zu überbrücken sein. Und sollte ich Samstag noch Raum dafür haben, radle ich nach Heidelberg und kaufe in der Macarons-Bäckerei ein. Wenn man den Rechnern im Internet glaubt, verbrauche ich für eine zweistündige Radtour dorthin und wieder zurück sechshundert Kalorien – kommt mir unglaublich hoch gegriffen vor, scheint aber irgendwie bei den Verbrauchsrechnern Konsens zu sein, selbst wenn ich „langsam“ als Geschwindigkeit angebe. Und ich fahre alles, aber nicht langsam. Aber wenn man Zeit an Ampeln und Kreuzungen mit einplant, ist „langsam“ vielleicht doch okay. Dann noch Herumgelaufe in der Stadt selbst und ich sollte genug Defizit haben, um mir Macarons und ein kaffeeähnliches Heißgetränk bei Starbucks leisten zu können. Ja, das klingt nach einer echt guten Idee für Samstag. Muss nur das Wetter mitspielen!

Heute habe ich „Kreativität“ auf dem Plan stehen. Also, auch außerhalb des Jobs. Die Waldnymphe fliegt nächste Woche zur Verwandtschaft nach Amerika und ich möchte bis dahin ein Bild für sie fertig haben. Natürlich ihren Wolf, Silver Edge. Ich hoffe, da ist heute genug Mojo dafür da!

Wieder mal der Gesamtumsatz

Ich bin ja ständig unsicher, wie viel ich denn nun kalorienmäßig verbrauche. Ich bin recht klein und wiege nun auch nicht mehr allzu viel, so dass mich 200, 300 Kalorien zu viel schon wieder auf die Road to Obesity schicken können. Deshalb ist es für mich wichtig genau zu wissen, wie viel ich an einem normalen Tag verbrauche.

Und dank des Imperators habe ich nun die deprimierende Wahrheit: TDEE-Calculator hat recht. An nicht-Sport-Tagen verbrauche ich komplett 1550 Kalorien. Nicht mehr. Keine einzige verdammte Kalorie mehr. An Sporttagen sind es dann rasante 1750 Kalorien. Soll heißen: Ab Juni gibt es für mich tatsächlich den Gesamtumsatz.

Ich könnte natürlich die Weisheit eines Gummi-Armbands anzweifeln. Aber das Teil beobachtet mich nun bald einen Monat, das sollte schon eine statistisch verwertbare Datenmenge gesammelt haben. Das zeigt, mit wie wenig Kalorien man auskommt. Und wie falsch diese immer wieder herangezogene „2000 Kalorien im Durchschnitt pro Tag“-Sache ist. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Lebensweise so viel weniger aktiv sein sollte als die des Durchschnittsbürgers. Denn im Schnitt glaube ich nicht, dass jeder Deutsche jeden Tag eine halbe Stunde Sport macht. Dann wären Gym und Laufstrecke deutlich voller!

Auf jeden Fall wundert es mich dann nicht, dass man überall Übergewichtige sieht. Und neeeeein, das ist nicht mein Körper, der nun im „Hungermodus“ nach dieser langen Abnehmzeit ist. Das ist schlicht und einfach Physik. 162 cm sind nicht viel, 58 Kilo auch nicht – ergibt zusammen mit Schreibtischjob eben einen geringen Verbrauch! Hat nix mit „eingeschlafenem Stoffwechsel“ oder eingeschlafenen Füßen zu tun. Thermodynamik waits for no man!

Hindert mich aber nicht daran, fürs Wochenende Kalorien vorzusparen. Ich will mir nämlich Macarons kaufen und bei Starbucks ein kaffeeähnliches Heißgetränk zu mir nehmen. Ein Macaron liegt etwa bei 70 Kalorien (nicht die wundervoll handtellergroßen, die es in Frankreich gibt. Nur die Zwergrasse, die man hierzulande für normal hält) und ich werde sechs Stück kaufen. 420 Kalorien. Plus 300 für den Pseudokaffee. Sportlich aber zu schaffen. Und ich freue mich sehr auf diese Zuckerorgie! Dafür gehe ich auch gern noch ein paar Cardioeinheiten machen.

Vor allem da ich festgestellt habe, dass Cardio gar nicht so der Satan ist. Sondern mir die Lauferei Spaß zu machen beginnt. Ich habe dank Kraftsport eine gute Muskelmasse und auch die Ausdauer scheint zu stimmen, was ich daran merke, dass ich keinerlei Probleme mit dem Atmen habe. Absolut normal und ohne Keuchen. Auch der Puls geht sehr schnell wieder nach unten. Einziger Pferdefuß (im wahrsten Wortsinne) ist das immer noch ziepende Bein, das ich seit Paris mit mir herumschleppe. Sobald ich drei Tage hintereinander laufen gehe, jammert die Rückseite meines rechten Oberschenkels. Ob ich tatsächlich mal zum Arzt gehen sollte? Aber ich mag keine Arztbesuche …