Saalburg

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Tagesausflug zum Limeskastell. War großartig! #saalburg #Limes

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Kein Unwetter. Zwar dräuten Wolken, zwar wurde es immer stickiger und schwüler, zwar bekamen wir alle drei gegen Abend Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen … aber trotzdem schlich sich das auf allen Kanälen prophezeihte Gewitter um uns herum und die nächtliche Abkühlung blieb aus. Als ich heute morgen Laufen war, klebten mir die Klamotten am Körper.

Mittlerweile ist es etwas besser geworden aber der Temperatursturz lässt noch auf sich warten.

Gestern haben wir einen wunderbaren Tag auf der Saalburg verbracht. Morgens trafen wir uns zum Frühstück (was ich ja sonst nie tue – aber als gesellschaftliches Ereignis finde ich es nett), dann packten wir Salat, Obst, Brot, Butter, Nüsse und Wasser in die Picknicktasche und zogen los.

Die Saalburg ist beeindruckend. Und da wir durch Zufall fünf Minuten vor Beginn der Führung ankamen, nutzten wir diesen Wink des Schicksals und ließen uns einige Details näherbringen. Als begeisterte Leser experimentalarchäologischer Bücher war zwar nicht allzuviel Neues dabei – aber die Zahl von 99 ausgegrabenen Brunnen und das Ding mit den vielen rätselhaften, einzelnen Schuhfunden hat uns doch entzückt.

Wir wanderten um die komplette Anlage herum und nahmen unser Mittagessen dann in den Ruinen des Badehauses ein, wo wir uns auch noch ein wenig zu einem kleinen Schläfchen unter die Bäume legten.

Im Museumsshop fand ich zu meinem Entzücken die auf 6 Euro reduzierten Bände zwei und drei von „Die Reiter Roms“. Nahm ich natürlich sofort mit. Ich hatte bis dato nur den ersten Band.

Ergebnis dieses schönen Ausflugstages: Wir haben das vage Bedürfnis, wieder mit Reenactment anzufangen. Diesmal aber nicht 17. und 13. Jahrhundert, sondern mittlere römische Kaiserzeit.

Mal sehen, wie lange diese Begeisterung anhält. Ich vergesse jedes Mal so leicht, wie furchtbar verwöhnt ich in Sachen Hygiene bin.

Völlig unzusammenhängende Anekdote: Ich habe gestern einmal mehr gezeigt, warum man mir besser keine Herausforderungen stellt, die mit menschlicher Interaktion verbunden sind.

Ich war morgens um halb sechs in den Feldern zum Joggen. Hinter einer Kurve erspähte ich einen Neufundländer, der friedlich am Wegesrand saß. Ich wunderte mich, was das Tier so allein dort vorhatte, trabte näher … und fand mich praktisch Aug‘ in Aug‘ mit dem Herrchen … das ins angrenzende Haferfeld kackte.

Und was tat ich?

Hielt Augenkontakt und grüßte lautstark „Guten Morgen!“.

Der arme Kerl sah aus, als wolle er im Boden versinken. Und mir kam im selben Moment, in dem ich so freundlich war, die Idee, dass es vielleicht, so ganz vielleicht, sozial akzeptabler gewesen wäre, das Szenario zu ignorieren.

Ach, passiert.

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