Training

Ich heule nicht. Du heulst!

Gestern hatte ich meinen Trainertermin. Ich habe sechs neue Übungen für Schulter und oberen Rücken bekommen. Drei davon hatte ich schon früher im Programm, darf sie nun aber nicht als Muskelaufbau, sondern „nur“ für Kraftausdauertraining machen. Also geringes Gewicht, viele Reps. Es ist einerseits sehr deprimierend, von 64 zurück auf 30 Kilo zu gehen – aber andererseits kann ich derzeit einfach nicht mehr, ohne dass die Schulter übel schmerzt. Bei manchen Übungen kann ich kaum die Bewegungen sauber ausführen, so sehr zieht es. Nerviges Mistding. Ich bin immer sicherer, dass eine OP es nicht schlimmer machen könnte. Ich muss morgen wirklich nochmal mit der Physiotherapeutin reden.

Auf jeden Fall ist Training derzeit sehr viel zusammengebissene Zähne. Weshalb ich meine Playlist dafür auch angepasst habe. Im Moment nur Finntroll und Dropkick Murphys. Und sogar das sabotiert mich. Weil ich nicht aufgepasst habe und einfach das komplette Warrior’s Code-Album auf den MP3-Player gezogen habe (im Gym gibt’s kein freies WLAN, also nix mit Spotify. Ich sollte das mal in die Vorschlagsbox werfen. Aber bei der derzeitigen Altersstruktur interessiert freies Internet außer den fünf Eisen-Jungs und mich niemanden …). Da trifft einen The Green Fields of France (siehe oben) dann doch etwas unvorbereitet. Der absolut, total und wirklich traurigste Song den ich kenne. Könnt’ ich jedes Mal heulen bei! Vor allem, wenn das Ding auf Shuffle steht und man vorher die Albernheit von Captain Kelly’s Kitchen hatte, die einen perfekt durch ein paar Legpress-Reps hat lachen lassen. Bäm. Grabenkrieg. Üble Sache.

Zumindest Beine und Rumpf darf ich ja mit Vollgas machen. Ist ja auch nicht übel. Meine Wabbel-Problemzone ist immer noch am hinteren Oberschenkel. Und dafür sind Legpress und Squats hervorragend. Squats nicht mit der Langhantel, sondern mit zwei Kleinen, rumänisch gehalten. Ist vermutlich für irgendwas total schlecht – aber so lange es meiner Schulter nicht wehtut und dem Hintern/Oberschenkeln hilft, bin ich zufrieden. Bis zum Schifffahrt-um-die-Inseln-Urlaub nächstes Jahr will ich einigermaßen badeanzugtauglich aussehen. Weil in meiner Phantasie so ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff bestimmt einen Pool hat. Und ich unbedingt mal so redundant sein möchte, auf dem Meer in einem Pool zu schwimmen. Aber nicht mit diesen Oberschenkeln. Unter der Wabbelschicht sind Muskeln, ja. Trotzdem ist da noch Weg zu gehen. Also weiterhin unter der Woche Defizit und viel Sport/Trockenbürsten/Eincremen/Wechselduschen. Hat bei den Brüsten ja auch geholfen, die sehen mittlerweile besser aus als vor der Abnahme.

Wäre ja gelacht!

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Dat Nerdstuff, Training

Muskelneid und Selbstbild

Seit ich die Kalkschulter habe und kein Training für die Oberarme/Schultern mehr machen darf, ist alles zum Teufel gegangen, was ich mir vorher so glücklich und mit Spaß und Stolz aufgebaut hatte. Die ganze Definition und Kraft ist weg. Ich könnte heulen. Aber ich kann nichts tun. Nur zusehen und traurig sein. Wenn einem der Körper reingrätscht, ist man eben machtlos.

Und ja, ich sage es: „Der Körper“. Dissoziation vom Feinsten. Mir egal, ich mag es nicht, also ist es „der Körper“ und nicht „ich“. Wäre ja auch nicht so, als hätte ich den Kalk da eingelagert. Das war der Körper ganz allein. Um es mit Helge Schneider – dem Meister – zu sagen: „Hätter ja nich machen müssen. Hätt ja auch was anderes überlegen können, der doofe Hai!“ (Das „Kanner machen was er will, bei mir kann jeder machen was er will!“ hatte ich eine Zeitlang als Warnton am Mac, bis man mich fast unter Tränen bat, das wieder zu ändern … Das war vor Urzeiten, als der Mac noch ein gescheites Betriebssystem hatte, als Steve Jobs noch nicht wieder alles kaputtmachen durfte und man PC-Teile verbauen konnte. Ja, Mutti erzählt mal wieder vom Kriech! Mit Macs konnte man früher tatsächlich arbeiten! Sie sahen aus wie PCs, hatten ein sinnvolles Betriebssystem, an dem man selbst herumschrauben konnte und waren generell großartige Arbeitspferde für Designer, Filmleute und Soundmenschen. Dann kam Steve Jobs zurück, machte aus den Geek-Geräten gequirlte, bunte Hipsterscheiße und klaute Telefondesign. Tja. Nun. Auch Adobe begriff das recht schnell und es gab den Photoshop, der früher Mac-exklusiv gewesen war, bald für PC)

Ich bin unzufrieden, zeichne Rhys mit seiner hübschen Durchbemuskelung (siehe oben) und fühle mich als Versager. Ich setze zwar eine kleine Hoffnung in die Trainerstunde am Montag, aber da bisher jedes Vorfühlen bei den Physiotherapeuten nur zu „kann im Schlimmsten Fall Sehnenabriss hervorrufen“ führte, ist diese Hoffnung nicht gerade ein loderndes Feuer.

Wie heißt es so schön: „Wenn eine Tür zugeht, war vermutlich nur irgendwo ein Fenster auf Kipp“, weshalb ich mich eben mit zusammengebissenen Zähnen auf Beine und Rumpf stürze. Was ich eigentlich nie wollte. Gut definierte Arme/Schulterpartie war immer mein Hauptziel.

Aber wenigstens scheint es mit Beinen und Co voranzugehen. An der Legpress bin ich bei fast 300 Pfund (hört sich besser an als 137 Kilo) bei normalen Reps. Und auch bei den Crunches habe ich an der Maschine einen Sprung auf 43 Kilo gemacht. Und das nur durch tägliches Bodyweighttraining.

Man muss Positives suchen …

Ach watt, Leben!, Ernährung, Training

ADHS-Hörnchen

Never trust a Fey ...

Nein, ich habe kein ADHS. Ich bin nur unglaublich schnell gelangweilt. Oder besser: Ich bin sehr schnell an sehr vielen Dingen gleichzeitig interessiert. Ich schaffe es nicht, nur eine Sache auf einmal zu tun. Geht nicht. Konzentration und das Versinken in einer Welt der Erledigung? Nicht mit mir. Spätestens nach zwei Minuten muss ich mich mit etwas anderem beschäftigen, sonst starre ich nur noch auf die ursprüngliche Tätigkeit und komme nicht wirklich voran. Das gilt selbst bei Sachen, die mir Freude bereiten. Egal ob ich zeichne oder schreibe, ein Buch lese, ein Computerspiel zocke oder eine meiner Lieblingsserien schaue – immer muss ich die Möglichkeit haben, meine Aufmerksamkeit phasenweise auch auf eine Alternative zu richten.

Wenn meine Tätigkeit am Computer stattfindet ist es natürlich einfach. Wikipedia, Reddit oder YouTube sind nur einen Tab entfernt. Ein paar Sekunden alberne Katzen oder das Stöbern in byzantinischen Königslisten und alles ist wieder gut. Mit dem Kindle auf der Couch wird es schon schwieriger. Und da kann dann leicht eine gefährliche Situation entstehen: Dass ich etwas essen möchte. Aus Langeweile. Weil ich dann aufstehen und zum Kühlschrank gehen kann. Also etwas anderes tun als das, was ich bis eben getan habe.

Langeweileessen war mein größter Feind und ist es eigentlich heute auch noch. Nur, dass ich mir mittlerweile bewusster bin, dass es passieren kann.

Besonders gute Strategien dagegen habe ich noch nicht. An normalen Tagen klappt es ganz gut, mir statt etwas zu Essen einen Kaffee mit Flavour zu machen. Der kaum noch nach Kaffee, dafür aber sehr nach z.B. Cookies&Cream schmeckt. Kaffee beschäftigt sehr lange. Man muss immer nachschauen, ob er schon kühl genug zum Trinken ist, man muss umrühren, man braucht lange, bis die Halblitertasse leer ist. Und dazu hat er kaum Kalorien. Nur das Flavourzeug (etwa 7-8) und die Mandelmilch (etwa 20). Für einen Riesenpott. Das ist zu verkraften.

An langen, leeren Tagen (eigentlich nur Sonntagen) wird es aber schwieriger. Wenn mir nichts einfällt. Wenn ich keine Lust auf gar nichts habe. Wenn ich schon Sport gemacht habe und das Wetter zu gut zum Spazierengehen ist (Touristenstädtchen. Man kann bei zu viel Sonnenschein nirgendwo hin, wenn man mit Menschenmengen ein Problem hat). Dann darf ich wirklich gar nichts im Haus haben, das man aus der Hand essen kann. Selbst meine eher geschmacksneutralen Proteinriegel sind dann nicht sicher. Ja, Sonntage sind manchmal echt ein Problem. Dann kann ich nur hoffen, dass einer meiner Online-Zock-Kumpels auch gerade nichts zu tun hat und mit mir Dinge kaputthaut oder virtual barbie („Ne, der Helm sieht in Windhelm Steel besser aus als in Obsidian Black. Und probier´ mal das Ayleid Gold für die Gauntlets …“) spielt.

Sich eines Problems bewusst zu werden soll ja der erste Schritt zur Lösung sein. Stimmt in diesem Fall. Ich kann zwar noch immer nicht zuverlässig jedes Langeweileessen verhindern (dann rationalisiere ich mir immer alles Mögliche hin und her), aber an sechs von sieben Tagen klappt es. Nicht mühelos und oft unter Schmerzen – aber auch das wird wohl Übung und Gewöhnung sein. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Normalität in Nahrungsdingen.

Ebenfalls normal und wie geplant: Meine Kalorien-für-Eis-Spar-Aktion. Ich bin jetzt glatt bei 1200 für diese Woche. Der komplette Monsterpott hat 1330 Kalorien (Prollo-Kaufland hatte im Gegensatz zu Pseudo-Hipster-Rewe Ben&Jerry’s! Ich bin erschüttert. Zwar kein Peanut Butter Cup aber zumindest Cookie Dough). Heute kann ich keinen Sport machen Laufen, weil ich abends Sperrmüll rumschleppen muss und es außerdem doofes Wetter ist (ja, mimimi). Deshalb gehe ich mit den Nahrungskalorien noch etwas nach unten und werde etwa 300 sparen. Und das trotz des geplanten Megasalates mit Handkäse (dat protein!). Morgen Abend möchte ich Lizza essen, werde aber auch dabei noch rund 300 Kalorien sparen, weil ich als Belag Spinat und Tomaten favorisiere und nur der Streumozzarella reinhaut. Und sollte der landwirtschaftliche Wetterdienst sich ausnahmsweise irren und es nicht regnen, könnte ich sogar noch ein paar Sportkalorien draufwirtschaften. Da rechne ich aber mal nicht damit, sondern gehe mit einem geschätzten Guthaben von 1800 Kalorien in den Samstag. Selbst mit einem 1200er Falafeldöner, auf den ich mal wieder richtig Bock hätte, bleibt also alles supercool. 1700 als Umsatz, 400 davon fürs Mittagessen, 1200 fürs Abendessen – das ist doch komfortabel.

Natürlich glaube ich mittlerweile nicht mehr an die absolut genaue Berechenbarkeit des Tagesumsatzes. Dazu gibt es zu viele Variablen. Aber ich denke, dass sich das Ganze im Bereich von 200 Kalorien hin oder her bewegt. Mit den ganzen Faktoren wie NEAT, Zyklus, Stress … sollte man sich nicht zu wahnsinnig machen. Dass ich trotzdem gerne alles aufrechne, ist nur Beruhigung meiner Kontrollwut.

Zwischenstand zu Schulter und Knie: Die Schulter ist trotzig und hat sich nicht verändert, obwohl ich jetzt schon zwei Tage keine Hantel mehr angefasst habe. Das Knie ist so lala. Knackt nicht mehr, mag aber den Druck der Orthese (Wort gelernt!) nicht. Ich lasse das Ding noch bis nächste Woche dran und dann sollte der Käse ja gegessen sein. Kein Fahrradfahren. Definitiv nicht. Mist. Ich wollte am Samstag nach Mannheim radeln. Und am Montag auch, weil da ja mein Auto weg ist, um eine neue Windschutzscheibe zu bekommen. Blödes Timing, das!

Zum Abschluss: Was ich während des Verfassens dieses Blogposts sonst noch gemacht habe … Arbeit erledigt (eine Illustration für einen Spielplan angefangen, Messedeko korrigiert), nachgeschaut, wie das Wetter heute Abend wird, der Waldnymphe und dem Erklärfaun per WhatsApp einen guten Morgen gewünscht, eine jobbezogene Mail beantwortet, meine Eltern angerufen und etwas abgeklärt, kurz auf duden.de hängengeblieben …

Ach watt, Leben!, Training

Hätt´s jetzt wegen mir nicht unbedingt gebraucht

…dass ich mir eine äußerst bizarre Sportverletzung zuziehe. „Normal“ wäre auch viel zu einfach. Ich war gestern Morgen wie immer laufen und bin dann um neun ins Gym, um die Sonntagsfrühruhe auszunutzen. Immer dieselben netten Rentner, die sich durch ihr Kraftausdauertraining zuckeln, meistens ratschen und den Eisenbereich völlig umgehen.

Ich habe mich brav gedehnt (wichtiger Punkt! Mache ich sonst zwar auch, aber aus irgendeinem Grund gestern besonders gründlich) und bin darangegangen, Gewichte zu stemmen. Zuerst Benchpress und Squats und dann noch Geräte. Beim Compound Row war ich vorwitzig und habe nochmal erhöht – 64 Kilo!

Alles prima, alles toll. Ich fühlte mich stark und glücklich und bin irgendwann wieder nach Hause geradelt. Bis dahin alles wie immer.

Ab etwa zwölf Uhr mittags fing meine rechte Schulter höllisch zu schmerzen an. War auch druckempfindlich aber nicht geschwollen oder verfärbt. Alle Bewegungen waren möglich, viele davon aber sehr unangenehm. Bis zum Abend wurde es kontinuierlich schlimmer. Wie habe ich das nur hinbekommen? Ich habe während keiner Übung eine aus dem Rahmen fallende Überlastung gespürt oder einen deutlichen Fehler gemacht! Nicht einmal beim fehleranfälligen Benchpress war ich ins Wackeln gekommen oder dergleichen.

Die Nacht war unruhig, weil ich mich kaum drehen konnte.

Mittlerweile ist es aber ein bisschen besser geworden. Ich konnte zur Arbeit fahren, ohne dass mich die Schulter beim Autofahren zu sehr behindert hätte. Das freut mich. Hätte sich da nichts zum Positiven geändert, wäre ich heute zum Arzt gegangen. Und das ist nun wirklich keine schöne Vorstellung.

Ja, Sport ist gefährlich! Sogar, wenn man gar nicht weiß, warum!

Und weiter zum allgemeinen Serviceteil. Heute esse ich Quarkporridge und Cherrytomaten zum Mittagessen. Abends gibt es Gemüse mit Tomatensoße und vegetarischem Hack. Ich muss mal im Kaufland nach dem Hähnchenfleischersatz suchen, den K. am Samstag beim Magus-Spielen in der Pfanne gebraten hat und der mit Tartanbahngewürz (Season All) gut geschmeckt hat. Wir hatten nämlich Tortillas.

Der Nachtisch für heute Abend wird ein Eimer Magerjoghurt mit Kaki und Banane mit Erdnussbutter. Falls ich die Banane noch schaffe, heißt das.

Außerdem: Ich glaube, ich habe Spotify nun endgültig bis in die Steinzeit verwirrt. Die Vorschläge im „Mix der Woche“ werden immer erratischer. Nach dem Chor der roten Armee mit der Hymne der UdSSR habe ich nun ein Lied namens „Beim Pissen gemeuchelt“. Dazu mongolischen Punk.

Prinzipiell gar nicht mal so schlecht. Kommt wohl davon, wenn man sich wenig darum kümmert, einen konsistenten Musikgeschmack zu entwickeln.