Schulter

ADHS-Hörnchen

Never trust a Fey ...

Nein, ich habe kein ADHS. Ich bin nur unglaublich schnell gelangweilt. Oder besser: Ich bin sehr schnell an sehr vielen Dingen gleichzeitig interessiert. Ich schaffe es nicht, nur eine Sache auf einmal zu tun. Geht nicht. Konzentration und das Versinken in einer Welt der Erledigung? Nicht mit mir. Spätestens nach zwei Minuten muss ich mich mit etwas anderem beschäftigen, sonst starre ich nur noch auf die ursprüngliche Tätigkeit und komme nicht wirklich voran. Das gilt selbst bei Sachen, die mir Freude bereiten. Egal ob ich zeichne oder schreibe, ein Buch lese, ein Computerspiel zocke oder eine meiner Lieblingsserien schaue – immer muss ich die Möglichkeit haben, meine Aufmerksamkeit phasenweise auch auf eine Alternative zu richten.

Wenn meine Tätigkeit am Computer stattfindet ist es natürlich einfach. Wikipedia, Reddit oder YouTube sind nur einen Tab entfernt. Ein paar Sekunden alberne Katzen oder das Stöbern in byzantinischen Königslisten und alles ist wieder gut. Mit dem Kindle auf der Couch wird es schon schwieriger. Und da kann dann leicht eine gefährliche Situation entstehen: Dass ich etwas essen möchte. Aus Langeweile. Weil ich dann aufstehen und zum Kühlschrank gehen kann. Also etwas anderes tun als das, was ich bis eben getan habe.

Langeweileessen war mein größter Feind und ist es eigentlich heute auch noch. Nur, dass ich mir mittlerweile bewusster bin, dass es passieren kann.

Besonders gute Strategien dagegen habe ich noch nicht. An normalen Tagen klappt es ganz gut, mir statt etwas zu Essen einen Kaffee mit Flavour zu machen. Der kaum noch nach Kaffee, dafür aber sehr nach z.B. Cookies&Cream schmeckt. Kaffee beschäftigt sehr lange. Man muss immer nachschauen, ob er schon kühl genug zum Trinken ist, man muss umrühren, man braucht lange, bis die Halblitertasse leer ist. Und dazu hat er kaum Kalorien. Nur das Flavourzeug (etwa 7-8) und die Mandelmilch (etwa 20). Für einen Riesenpott. Das ist zu verkraften.

An langen, leeren Tagen (eigentlich nur Sonntagen) wird es aber schwieriger. Wenn mir nichts einfällt. Wenn ich keine Lust auf gar nichts habe. Wenn ich schon Sport gemacht habe und das Wetter zu gut zum Spazierengehen ist (Touristenstädtchen. Man kann bei zu viel Sonnenschein nirgendwo hin, wenn man mit Menschenmengen ein Problem hat). Dann darf ich wirklich gar nichts im Haus haben, das man aus der Hand essen kann. Selbst meine eher geschmacksneutralen Proteinriegel sind dann nicht sicher. Ja, Sonntage sind manchmal echt ein Problem. Dann kann ich nur hoffen, dass einer meiner Online-Zock-Kumpels auch gerade nichts zu tun hat und mit mir Dinge kaputthaut oder virtual barbie („Ne, der Helm sieht in Windhelm Steel besser aus als in Obsidian Black. Und probier´ mal das Ayleid Gold für die Gauntlets …“) spielt.

Sich eines Problems bewusst zu werden soll ja der erste Schritt zur Lösung sein. Stimmt in diesem Fall. Ich kann zwar noch immer nicht zuverlässig jedes Langeweileessen verhindern (dann rationalisiere ich mir immer alles Mögliche hin und her), aber an sechs von sieben Tagen klappt es. Nicht mühelos und oft unter Schmerzen – aber auch das wird wohl Übung und Gewöhnung sein. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Normalität in Nahrungsdingen.

Ebenfalls normal und wie geplant: Meine Kalorien-für-Eis-Spar-Aktion. Ich bin jetzt glatt bei 1200 für diese Woche. Der komplette Monsterpott hat 1330 Kalorien (Prollo-Kaufland hatte im Gegensatz zu Pseudo-Hipster-Rewe Ben&Jerry’s! Ich bin erschüttert. Zwar kein Peanut Butter Cup aber zumindest Cookie Dough). Heute kann ich keinen Sport machen Laufen, weil ich abends Sperrmüll rumschleppen muss und es außerdem doofes Wetter ist (ja, mimimi). Deshalb gehe ich mit den Nahrungskalorien noch etwas nach unten und werde etwa 300 sparen. Und das trotz des geplanten Megasalates mit Handkäse (dat protein!). Morgen Abend möchte ich Lizza essen, werde aber auch dabei noch rund 300 Kalorien sparen, weil ich als Belag Spinat und Tomaten favorisiere und nur der Streumozzarella reinhaut. Und sollte der landwirtschaftliche Wetterdienst sich ausnahmsweise irren und es nicht regnen, könnte ich sogar noch ein paar Sportkalorien draufwirtschaften. Da rechne ich aber mal nicht damit, sondern gehe mit einem geschätzten Guthaben von 1800 Kalorien in den Samstag. Selbst mit einem 1200er Falafeldöner, auf den ich mal wieder richtig Bock hätte, bleibt also alles supercool. 1700 als Umsatz, 400 davon fürs Mittagessen, 1200 fürs Abendessen – das ist doch komfortabel.

Natürlich glaube ich mittlerweile nicht mehr an die absolut genaue Berechenbarkeit des Tagesumsatzes. Dazu gibt es zu viele Variablen. Aber ich denke, dass sich das Ganze im Bereich von 200 Kalorien hin oder her bewegt. Mit den ganzen Faktoren wie NEAT, Zyklus, Stress … sollte man sich nicht zu wahnsinnig machen. Dass ich trotzdem gerne alles aufrechne, ist nur Beruhigung meiner Kontrollwut.

Zwischenstand zu Schulter und Knie: Die Schulter ist trotzig und hat sich nicht verändert, obwohl ich jetzt schon zwei Tage keine Hantel mehr angefasst habe. Das Knie ist so lala. Knackt nicht mehr, mag aber den Druck der Orthese (Wort gelernt!) nicht. Ich lasse das Ding noch bis nächste Woche dran und dann sollte der Käse ja gegessen sein. Kein Fahrradfahren. Definitiv nicht. Mist. Ich wollte am Samstag nach Mannheim radeln. Und am Montag auch, weil da ja mein Auto weg ist, um eine neue Windschutzscheibe zu bekommen. Blödes Timing, das!

Zum Abschluss: Was ich während des Verfassens dieses Blogposts sonst noch gemacht habe … Arbeit erledigt (eine Illustration für einen Spielplan angefangen, Messedeko korrigiert), nachgeschaut, wie das Wetter heute Abend wird, der Waldnymphe und dem Erklärfaun per WhatsApp einen guten Morgen gewünscht, eine jobbezogene Mail beantwortet, meine Eltern angerufen und etwas abgeklärt, kurz auf duden.de hängengeblieben …

Hätt´s jetzt wegen mir nicht unbedingt gebraucht

…dass ich mir eine äußerst bizarre Sportverletzung zuziehe. „Normal“ wäre auch viel zu einfach. Ich war gestern Morgen wie immer laufen und bin dann um neun ins Gym, um die Sonntagsfrühruhe auszunutzen. Immer dieselben netten Rentner, die sich durch ihr Kraftausdauertraining zuckeln, meistens ratschen und den Eisenbereich völlig umgehen.

Ich habe mich brav gedehnt (wichtiger Punkt! Mache ich sonst zwar auch, aber aus irgendeinem Grund gestern besonders gründlich) und bin darangegangen, Gewichte zu stemmen. Zuerst Benchpress und Squats und dann noch Geräte. Beim Compound Row war ich vorwitzig und habe nochmal erhöht – 64 Kilo!

Alles prima, alles toll. Ich fühlte mich stark und glücklich und bin irgendwann wieder nach Hause geradelt. Bis dahin alles wie immer.

Ab etwa zwölf Uhr mittags fing meine rechte Schulter höllisch zu schmerzen an. War auch druckempfindlich aber nicht geschwollen oder verfärbt. Alle Bewegungen waren möglich, viele davon aber sehr unangenehm. Bis zum Abend wurde es kontinuierlich schlimmer. Wie habe ich das nur hinbekommen? Ich habe während keiner Übung eine aus dem Rahmen fallende Überlastung gespürt oder einen deutlichen Fehler gemacht! Nicht einmal beim fehleranfälligen Benchpress war ich ins Wackeln gekommen oder dergleichen.

Die Nacht war unruhig, weil ich mich kaum drehen konnte.

Mittlerweile ist es aber ein bisschen besser geworden. Ich konnte zur Arbeit fahren, ohne dass mich die Schulter beim Autofahren zu sehr behindert hätte. Das freut mich. Hätte sich da nichts zum Positiven geändert, wäre ich heute zum Arzt gegangen. Und das ist nun wirklich keine schöne Vorstellung.

Ja, Sport ist gefährlich! Sogar, wenn man gar nicht weiß, warum!

Und weiter zum allgemeinen Serviceteil. Heute esse ich Quarkporridge und Cherrytomaten zum Mittagessen. Abends gibt es Gemüse mit Tomatensoße und vegetarischem Hack. Ich muss mal im Kaufland nach dem Hähnchenfleischersatz suchen, den K. am Samstag beim Magus-Spielen in der Pfanne gebraten hat und der mit Tartanbahngewürz (Season All) gut geschmeckt hat. Wir hatten nämlich Tortillas.

Der Nachtisch für heute Abend wird ein Eimer Magerjoghurt mit Kaki und Banane mit Erdnussbutter. Falls ich die Banane noch schaffe, heißt das.

Außerdem: Ich glaube, ich habe Spotify nun endgültig bis in die Steinzeit verwirrt. Die Vorschläge im „Mix der Woche“ werden immer erratischer. Nach dem Chor der roten Armee mit der Hymne der UdSSR habe ich nun ein Lied namens „Beim Pissen gemeuchelt“. Dazu mongolischen Punk.

Prinzipiell gar nicht mal so schlecht. Kommt wohl davon, wenn man sich wenig darum kümmert, einen konsistenten Musikgeschmack zu entwickeln.