Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Ernährung, Training, Weniger

Kreative Wertarbeit

Simulierte_Torte

Das Motiv für die Geburtstagstorte zu zeichnen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Was auch daran gelegen haben mag, dass mich unser Export im Zehnminutentakt mit Anfragen zugebombt hat, so dass ich doch recht zügig sehr, sehr viel Bedürfnis nach niedlicher Gewalttätigkeit entwickelt habe. Und was symbolisiert besser putzige Tödlichkeit als ein Hello Kitty Space Marine? Eben. We have purpose!

Das Ergebnis ging als JPEG an die Waldnymphe, die nun – wie jedes Jahr – den Auftrag an die Bäckerei gibt, damit am Freitag eine Motivtorte bei ihr auf der Arbeit stehen und sie ihre Kollegen damit beglücken kann. Ich habe die Torte hier mal simuliert und nun immens Bock auf Sahne und Buttercreme.

Neues Kleid, neue Leggins und neue Fahrradfahr/Laufmütze. #lotd #emp

A post shared by B.S. (@pinkpointypony) on

Was ich bleiben lassen sollte. Denn zwar hat das neue Kleid in S prima gepasst und die Leggins in M sind sehr schlabberig (nächstes Mal auch in S bestellen) – aber man sieht doch recht deutlich, dass ich eine ganz schöne Plauze entwickelt habe. Mehr Fett plus mehr Muskeln ist eine ungute Mischung. Aber – bekomme ich in den Griff. Nicht heute und vielleicht nicht nächste Woche, aber in einem Monat oder in zwei. Ich will gelassen sein. Mir selbst vergeben. Mich annehmen. Die Realität und den Ist-Zustand akzeptieren und dann mit meinen Möglichkeiten ändern.

Da mich die Frühlings-Lauf-Premiere im Heilungsprozess des Fußes erst einmal wieder nach hinten geworfen hat (wer hätte das auch ahnen können!), mache ich schon wieder Sportpause. Nur Crunches, Squats und Glute Bridge (da gibt es ja eine Menge schöner Varianten, bei denen man den Fernseher zumindest hören kann). Ich komme mir vor als sei ich mindestens siebzig, mit meinen ganzen Wehwehchen, die mich ständig in den Seilen hängen lassen.

Heute gibt es die letzte Portion Topinambur und ich bin wirklich entschlossen, das öfter zu essen. Bekommt man leider nur selten. Aber das gilt eigentlich für alles außer dem Standardgemüse. Der Lidl hat immer noch keine Rüben jenseits der Gelbe- und sogar im Hipster-Rewe in Heidelberg gab es nur Steckrüben als special event. Dafür hatten die dann keinen Topinambur. Schon ärgerlich. Irgendwie scheint unsere Gegend eine echte Gemüsewüste zu sein. Im Rest von Deutschland gibt es überall seltsame Rüben und bizarres Wurzelgemüse (was wohl zu großen Teilen identisch ist?) … nur bei uns herrschen mit eiserner Faust Gelberübe-Kartoffel-Kohlrabi-Zucchini-Tomaten-Paprika-Fenchel-Aubergine-Blumenkohl-Brokkoli-Salat-Süßkartoffel-Lauch-Zwiebel. Okay, das ist schon eine schöne Auswahl. Ich quengle ja auf hohem Niveau. Morgen gibt es Brokkoli-Lauch-Paprika-Tomaten-Salat-Gedöhns. Das ist auch seltsam. Und lecker.

Advertisements
Ach watt, Leben!, Training

Weiterhin manchmal doof

„Hey, 30 Grad gehen doch noch – neulich bin ich auch bei 37 Grad gelaufen!“

Manchmal bin ich unbelehrbar. Ja, dreißig Grad „gehen noch“. Wenn man nicht genug Luftfeuchtigkeit dazu hat, dass einem Fischschwärme die Vorfahrt nehmen! Mann, war ich nach meinen fünf Kilometern am Ende. Aber ich habe durchgezogen. Gnadenlos und mit krebsroter Murmel, hinterher nass wie frisch aus der Wanne gezogen – aber durchgezogen. So doof. Mache ich heute nicht nochmal. Vielleicht.

Aber der Lauf hat mir ein extremes Erfolgserlebnis beschert! Ich habe vergessen, dass man zur Feierabendzeit besser die Allee meidet und bin gedankenverloren dorthin abgebogen. Und wer kommt mir entgegen? Dicker Ami mit dickem Kind und unangeleintem Aggressivpinscher! Wir erinnern uns – den, den ich anblaffen musste. Aber er ist offenbar lernfähig! Denn kaum wurde er meiner und meines Zähnefletschens ansichtig, fing er seine unerzogene Trethupe ein und leinte sie an. Ich bin schwer entzückt. Offenbar hat es geholfen, ihn anzubrüllen! Daraus ziehe ich den Schluss, dass der gemeine Trottel nur durch Zorn in seiner Umgebung lernt. Ob ich das auch auf andere Fälle übertragen kann …? Nein, besser nicht!

Ansonsten hatte ich einen entspannten Tag. Konnte mich auf der Arbeit auf neue Projekte konzentrieren und bekam abends meine Linzertorte. Von der ich mit Ach und Krach ein großes Stück in mein Budget zwängen konnte. Opfer müssen gebracht werden. Dann eben mal ein paar Tage schlechtere Makros, dafür aber Kuchen zum Nachtisch! Da ist es fast ein Segen, dass ich im Moment so wenig Kraftsport mache und deshalb mit 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht auskomme.

Wobei die Linzertorte meines Vaters viel bessere Werte hat als das, was man gemeinhin in Bäckereien bekommt. Denn er benutzt das Rezept meines Ur-Urgroßvaters. Und Ende des vorletzten Jahrhunderts war Gebäck noch nicht so süß und der Marmeladenanteil in der Linzer geringer. Sie schmeckt deutlich würziger und kräftiger als Kaufware. Aber das gilt ja allgemein. Auch die Schwarzwälder Kirschtorte meines Urgroßvaters von 1935 ist bei weitem nicht so klebrig wie das, was heutige Konditoren produzieren. Viel mehr herbe Noten drin und keinerlei kandierte Kirschen, sondern ganz normal ohne Zucker gekochte Früchte und keine Buttercreme sondern normale Sahne. Sehr lecker! Amüsantes Detail: Die ganzen alten Backrezepte sind handschriftlich festgehalten und auf Bäckereimaßstäbe ausgelegt. „Man nehme fünf Kilo Mehl …“

Ach watt, Leben!

Tabuthemen und der schleichende Wahnsinn

Im Laden der BFF lag heute ein einsamer kleiner Gummipenis. Alaaf, Helau und all sowas. #Karneval #nsfw

Ein Beitrag geteilt von B.S. (@pinkpointypony) am

Als ich gestern während der Arbeit bei Frau Schwan diesen traurigen Penis entdeckte, musste ich ihn sofort fotografieren und in die Beziehungskonstellations-Whatsapp-Gruppe schicken. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Am besten hat mir das besorgte „spontaner Penisverlust. Immer noch ein Tabu“ des Erklärfaun gefallen.

Wie man unschwer feststellen kann, wird es Zeit, dass sich die Fastnachtssaison endlich ihrem Ende zuneigt. Auch zu erkennen an J.s (der Sohn von Frau Schwan) völlig-durch-den-Wind-Antwort auf die „arbeiten Sie hier“-Frage eines Kunden mit „da muss ich nachfragen“.

Wir alle laufen am Limit – ich noch am wenigsten, weil ich ja nur an Wochenenden ein bisschen aushelfe. Aber da ich zusaätzlich natürlich noch zwei Projekte in Endphase in meinem normalen Job habe, wird es nicht zwingend leichter!

Abends war ich nur noch fähig, zur Waldnymphe zu schleichen, mich unter die Vampirdecke zu verfügen und bestelltes Pizzabrot und Rucolasalat (plus eines großen Stücks Torte von Mutter Waldnymphe und einer Butterbrezel. Jaha, nix mit Defizit gestern) zu verzehren. Und dazu „The secret Life of Pets“ zu schauen. Hat uns beiden sehr gut gefallen.

Heute bin ich bei 61,3 Kilo. Ich gehe um neun ins Gym, was bedeutet, dass mein noch von gestern schwer beleidigter Körper vermutlich bis morgen wieder auf 62 robben wird. Weil er es kann.