Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Training

Selbstliebe und Verwunderung (mit positiver Überraschung)

Genau, ich mache jetzt in Bracket Songs. Was ein Bracket Song ist, weiß ich auch nur dank Max Goldt, der Quelle reichhaltigster Bildung. In den Siebzigern waren solche Songtitel, die durch eine in Klammern gesetzte Addition eine andere Bedeutung bekamen oder weiter erklärt wurden, wohl voll im Schwange. Und das kann ich natürlich auch!

Aber zunächst zur Selbstliebe. Definitiv keine meiner Kernkompetenzen. Aber da sich bei der Metta-Meditation schon so viel um liebevolle Zuwendung dreht, versuche ich jetzt einmal, aus Gedanken Realität zu machen, in dem ich mir jeden Tag aufschreibe, was ich am Tag davor gut gemacht habe. Worin ich mir gefallen habe. Was ich konnte. Zumindest eine Sache pro Tag wird mir da hoffentlich einfallen.

Also, here weg go!

Ich war gestern mit mir zufrieden, weil … ich endlich wieder auf den Zug aufspringen und etwas für mich zeichnen konnte, das mir wirklich gefällt. Das mir während der Fertigstellung so viel Freude bereitet hat wie danach (danach noch ein gutes Haar an einer Illustration finden zu können ist sehr, sehr selten!).

So. Selbstliebe dafür. Ich war gestern eine gute Grafikerin.

Mein Affenhirn rennt im Kreis und will mir erklären, dass ich sportlich gesehen an der Fußleiste entlangkrebse, ich eine sehr unangenehme Aufgabe vor mir herschiebe und ich seit über einem Jahr keine Zeile mehr geschrieben habe (Blog zählt nicht). Aber Affenhirn kann mich mal. Ich mache meinen Frühsport (Crunches, Reverse Crunches, Squats) und ich tobe abends auf dem Stepper. Ja, das ist zu wenig – aber wohin es mich gebracht hat, trotz Schulter zu trainieren, sieht man ja! Das blöde-Sache-Prokrastinieren ist natürlich dämlich. Aber ich gehe es an. Langsam. Mit maximalem seelischen Schmerz. Gegen den Wind und bergauf. Und Schreiben … das wird wiederkommen.

Die Verwunderung resultiert daraus, dass ich völlig vergessen hatte, wie gut mir das Spielen mit der Waldnymphe tut. Wir hatten die letzten zwei, drei Monate nur Playdates in TESO und keine Zeit, unsere Wölfe auch im Pen&Paper weiterzuspielen. Deshalb gab es keine neuen Geschichten und keine Inspiration für mich, etwas dazu zu zeichnen.

Nicht falsch verstehen – Computerspiele sind ein großartiger Zeitvertreib! Man wird dadurch schneller und agiler im Kopf und in den Fingern, man trainiert seine Teamfähigkeit und Problemlösungsstrategien. Man wird sozialer, entspannter, friedlicher und übt vernetztes Denken. Alles in allem das sinnvollste Hobby, das man im Sitzen betreiben kann. Außer natürlich … Pen&Paper. Gerade für nicht-neuronormative Menschen sind die Ausflüge in die Phantasie unglaublich heilsam. Mir hilft es jedenfalls sehr, die verschiedenen Seiten auszuleben oder etwas, das ich gern wäre, zu testen. Einmal so sozial fähig wie Rhys … das wär ein Traum! Mein Wolf ist dahingehend schon als mein Idealbild konzipiert. Er ist das Gegenteil von socially awkward, geht mit Fremden völlig angstfrei und maximal freundlich um, zeigt und nutzt seine Emotionen und betrachtet Scheitern als Chance, von der er wie ein Gummiball zurück in die Spur hüpft. Ganz davon ab, dass ich schon gern manchmal auch die Fähigkeit hätte, zu einem vier Meter großen Danger Floof mit zwanzig-Zentimeter-Klauen zu werden … Außerdem geht Rhys gern auf Parties und macht mit Begeisterung neue Bekanntschaften. Das würde ich echt gern können!

Egal. Zeigt jedenfalls, dass Pen&Paper immer schon sehr, sehr wichtig war, um mich zu erden und mit positiver Energie aufzuladen. Weshalb ich es am letzten Samstag ganz stark genossen habe, wieder zu spielen. Klar, zwischendrin haben wir auch Mage und Vampire gespielt – aber meine Charaktere dort sind eher mein Ist-Zustand. Die geben mir auch viel, aber sind nicht so tief als Wunsch verankert wie Rhys. Und außerdem sind die Wölfe ganz klar das Ding der Waldnymphe und mir. Sie sind unser Escape Plan. Für alles.

Weshalb ich nun glücklich herumschwebe und mich darüber freue, wieder Inspiration für Bilder zu haben. Gestern den oben zu sehenden Jamie. Als Jugendstil-Vignette in Jugendstil-Pastell mit Jugendstil-Märchenhaftigkeit. Weil die Beiden durch einen mehr oder weniger Unfall in einem Feenreich gelandet sind, das ästhetisch sehr Kay Nielsen und Otto Ubbelohde ist. Genau mein Ding.

Noch ein kurzes Update zur Ernährung: Die bleibt auf Haltekurs – immer noch keine Energie dafür, groß Defizit zu fahren.

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Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff, Ernährung, Training

Sonne, 25 Grad, Mitte Oktober – Zeit für Weihnachtsvorbereitungen!

Adventskalender_aussen_WiP

Sport ging gestern so erfrischend leicht von der Hand, dass ich sehr misstrauisch wurde. Denn eigentlich war ich den ganzen Tag furchtbar übermüdet, musste die ganze Zeit grünen und schwarzen Tee nachfüllen, um nicht einzuschlafen und fühlte mich kreislaufmäßig völlig am Boden. Aber kaum war ich auf dem Weg nach Hause fiel alles von mir ab und ich freute mich sehr darauf, mich auspowern zu können. Und siehe da – ich war so gut im Flow, ich hätte die doppelte Strecke machen können, wäre ich abends nicht verabredet gewesen.

Würde es immer so gut laufen, wäre ich in einem Jahr auf Halbmarathon hochtrainiert! Aber leider weiß ich nur zu genau, dass das kein permanenter Zustand ist. Also – einfach genießen, so lange es dauert.

Essenstechnisch ist mir ein seltener Überraschungserfolg geglückt. Eigentlich wollte ich ausprobieren, ob man Thunfischfrikadellen auch mit Tofu machen kann. Das Ganze wurde ein grauseliger Siff, den man unmöglich formen konnte. Also habe ich alles in eine Kastenform gekippt und zu einer Art Hackbraten gemacht. Und siehe da – es wurde nach anderthalb Stunden im Ofen gar wundervoll! Und brauchte an Zutaten nur Gelberüben, Zwiebeln, Tofu, Eier und Gewürze (ich bin mit Tandoori Masala ein wenig Overboard gegangen). Jetzt habe ich das Ding in handliche Stücke geteilt und backe sie mir abends mit Gemüse auf. Sehr lecker. Kann ich öfter machen. Und großen Dank an meine Küchenmaschine, ohne deren komplette Spülmaschinenreinigbarkeit all’ das nicht möglich gewesen wäre.

Genaues Rezept:

  • 400 Gramm normalen Tofu (ich habe den Biotofu vom Aldi genommen, da ist eine Packung genau 400 Gramm, so ein glücklicher Zufall),
  • vier Eier,
  • zwei große Gelberüben,
  • eine mittlere Zwiebel.

Den ganzen Zinnober einfach in der Küchenmaschine raspeln/kleinmachen und vermengen, bis man keine Lust mehr hat. Salz, Pfeffer, Tandoori Masala und was man sonst noch möchte dazu und dann bei 180 Grad Umluftgrill für so anderthalb Stunden backen (je nach Ofen. Meiner ist lahm und lau, richtige Öfen brauchen bestimmt weniger Hitze und/oder Zeit). Macht für den kompletten Laib 1128 Kalorien. Auf fünf Portionen (das ergab es bei mir) verteilt sind das nur 226 Kalorien. Prima Sache, was so die Makros angeht. Fast zwanzig Gramm Eiweiß pro Portion können sich sehen lassen.

Aber was hat das Ganze mit Weihnachten zu tun? Sport und Hackbraten natürlich nichts. Aber wie man sieht, muss ich mit anderen Dingen früh anfangen. Die Waldnymphe ist der volle Weihnachtsjunkie (die Weihnachtsgutzelsorten für dieses Jahr sind schon in der Planung. Der Erklärfaun und ich sind Nutznießer und unbegabte Helfer) und liebt Adventskalender. Sehr. Sie hat immer mindestens zwei.

Letztes Jahr habe ich mit dem Salzkalender vorgelegt – dieses Jahr steige ich eine Nummer höher ein. Ich bastle ihr einen. Mit 24 Zeichnungen zu Passagen aus ihren Werewolf-Texten. Es werden Bleistiftzeichnungen mit Aquarell schattiert und mit Kreide gehöht. Zwar recht unaufwändig in der Koloration aber ansonsten immer noch ein ganzer Haufen Zeug. Weshalb ich früh angefangen habe, zu meiner Verwunderung aber geradezu bizarr schnell vorankomme. Na, ich will mich über so einen Flow nicht beschweren!

Wie man an obigem Work in Progress erkennen kann, bin ich natürlich aber noch in einem frühen Stadium. Erst die Hälfte der Illus und noch gar keine Koloration. Aber – es wird! Und ich hoffe, das Endergebnis sieht dann auch so aus, wie ich es mir vorstelle.

Dat Nerdstuff

Warten auf den Sommer

Das wird ein Nerd-Post. Dies nur zur Warnung vorneweg (triggered!). An der Abnahmefront tut sich eh wenig. Mein Training gestern war hart aber im Endeffekt sehr befriedigend (ich bin im Moment sehr gnadenlos damit, die Gewichte zu erhöhen. Wozu Sport, wenn´s hinterher nicht weh tut?). Aber viel mehr ist nicht passiert. Höchstens noch, dass ich mich immer mehr mit MyFitnessPal anfreunde. Es ist sehr beruhigend, wenn eine App das Kalorienzählen für mich übernimmt. Note to self: die Bohnenbrötchen mal dort eintragen. Auch wenn ich dafür außer Kalorien- und Eiweißwert nichts weiß.

Also auf nach Tamriel.

Derzeit freue ich mich mehr auf den Juni, wenn Morrowind herauskommt und ich meinen neuen Warden-Charakter (Prototyp für die Optik siehe oben) spielen kann. Das aktuelle Update (Homestead) ist nicht ganz mein Interessensgebiet. Ich dekoriere recht ungern und zu etwas Anderem sind die fast vierzig verschiedenen Häuser, die man sich nun zulegen kann, nicht zu gebrauchen. Das Bastelsystem für Möbel und Dekoration wirkt zwar nett, ist mir aber viel zu aufwändig. Ich werde auf nichts gezielt hinarbeiten, sondern einfach sehen, was ich im normalen Spiel so finde.

Und dann … im Juni … der Warden!

Seit ich MMOs spiele (und das ist nun schon eine ganze Weile – nein, World of Warcraft war nicht das Erste!), habe ich einen gewissen Pool an Charakteren, die ich immer wieder in möglichst ähnlicher Form baue. Am längsten schleppe ich in dieser Hinsicht Sherku, Thalab und Ghurab mit mir herum. Die gibt es wirklich fast überall, wo ich einmal gespielt habe. Mittlerweile kam noch Red Karaz hinzu. Sie ändern manchmal ihre Form – Sherku ist zwar von SWTOR zu TESO ein Katzenwesen geblieben, war aber davor ein dunkelhaariger, dunkelhäutiger Mensch. Ghurab ist von Mensch zu Pureblood-Sith zurück zu Mensch mutiert und Thalab ging von Mensch zu Blutelf zu Mirialaner und zurück zu Mensch. Aber prinzipiell sind es immer „meine Purzel“. Oft behalten sie sogar ihre Rolle – Ghurab war immer Tank, genau wie Red. Nur Sherku wandelte sich von Damage Dealer zu Tank, während Thalab über die diversen Spielwelten vom Tank zum Damage Dealer und dann wieder zurück zum Tank wurde.

Und ab Juni werde ich mir noch einen Dauergast zulegen. Ich hoffe, sein Name wird noch frei sein. Klar, nur mit Vorname vermutlich nicht (obwohl vielleicht nicht gar so viele Waliser TESO spielen?), aber Vor- und Nachname sollte gehen. Ich werde nämlich meinen Werewolf-P&P-Charakter nach Tamriel scheuchen. Weil man Wolfspets und Wolfsmounts haben kann und ich sogar auf Wolfscompanions hoffe (sieht allerdings eher mau damit aus. Hoffentlich gibt´s dann Alternativskins zum Bären …). Dann noch die Werewolf-Skilllinie und er ist perfekt.

Und das Allerschönste: Man kann ihn optisch richtig gut nachbauen! Das, was ich da oben im Bild gebastelt habe, kommt dem, was ich immer gezeichnet habe, doch sehr nahe. In den Zeichnungen hat er die Narbe am rechten Auge noch nicht, die kam erst neulich dazu. Dann brauche ich aber auch noch ein blindes rechtes Auge. Und – was ein Glück! – auch das gibt´s in TESO.

Jap, von mir aus kann Morrowind kommen. Je früher desto besser! Warden-Class! Yay!

Ach watt, Leben!

Clean Eating und andere Versuche für ein gutes Gewissen.

The Journey
Sehe ich mich in der Blogosphäre, im Forum oder auf dem fatlogic-Subreddit um scheint es mir immer so, als sei ich der größte Junkfood-Honk wo gibt. Ich nutze keine Chiasamen oder Goji-Beeren, finde Gerstengrassaft maximal erträglich (muss ja!) und esse eigentlich sehr monoton. Aber wenn ich es mir genauer betrachte, ist es eigentlich gar nicht so schlimm. Mein Kühlschrank wird jede Woche einmal mit Gemüse und Quark und Eiern bis oben hin gefüllt und leert sich dann im Laufe der nächsten sieben Tage wieder. Ich esse kaum vorverarbeitete Dinge und selbst am Kohlenhydrate-Galore-Tag ist es fast immer Selbstgekochtes (nicht von mir, aber selbst gekocht) oder es hat wirklich gute Qualität, da wir, wenn wir essen gehen, nur Restaurants mit hochwertiger Zutatenliste besuchen. Aber trotzdem würde ich niemals Schokolade aufgeben. Oder Fladenbrot mit Schafskäse und Falafel vom Dönerladen in der Fußgängerzone. Oder roten Curry mit Tofu von unserem Thai. Also hält das Clean Eating als Konzept bei mir nicht all zu lange. Gar nicht zu reden davon, dass ich Proteinriegel in all ihrer chemischen Glorie sehr lecker finde. Weder Falafel noch Curry hatte ich im letzten dreiviertel Jahr. Aber ich werde es, sobald ich mit der Abnahme fertig bin, wieder essen. Ich habe mir aus dem Netz die ungefähren Kalorienwerte gezogen, runde großzügig nach oben ab und werde das Zeug einplanen. Weil ich das so möchte.

Damit bin ich deutlich inkonsequenter als die Waldnymphe und der Erklärfaun (obwohl der auch gelegentlich Kantinenessen zu sich nimmt) aber vielleicht ändert sich das auch noch. Ich hoffe es. Denn irgendwie würde ich das schon gerne … so richtig sinnvoll essen. Gut zu meinem Körper sein und so. Aber andererseits esse ich gern ein dreiviertel Kilo Kürbisgemüse auf einen Sitz. Und ob ich dieses Masseschaufeln jemals überwinden kann? Fraglich.

Aber versuchen muss und werde ich es. Oder ich kompensiere mit … uärgs … Sport.

Was mich dazu bringt, dass ich immer noch 66,6 Kilo wiege. Immer noch 1,4 Kilo mehr als noch am Sonntag. Fuck dat shit. Nichts bewegt sich, nichts ändert sich. Literweise Wasser, massenhaft Protein, fettes Defizit, Eigengewichtstraining und Cardio. Nix. Gar nichts. Als würde ich jeden Tag 2000 Kalorien in mich reinstopfen und wie Jabba the Hut auf meinem Thron herumliegen.

Aber – nicht unterkriegen lassen. Weitermachen. Ich werde morgen (wenn es nicht stürmt oder regnet) mal das Fitnessstudio, das mir am geeignetsten erscheint, ansehen. Ich ärgere mich, dass das reine Frauenstudio schon in der ersten Runde ausgeschieden ist. Ich fände es von der Atmosphäre her ohne Männer vermutlich besser – aber wenn es schon auf der Homepage nur um Gewichtsverlust geht, kann das für mich nicht die richtige Umgebung sein. Ich will Muskeln! Abnehmen kann ich ganz allein. Die Studiokette für sonnenbankgegerbte Ledersofas war auch schnell raus. Ist nicht so meins … obwohl einige Filialen (allein in unserer kleinen Stadt gibt es vier davon!) fahrtechnisch so viel günstiger lägen. Also blieb das, in dem mein Vater mal Reha hatte. Das klingt angenehm unaufgeregt. Und da die Waldnymphe bei der selben Kette (aber natürlich in der großen Stadt) und zufrieden ist, kann ich es ja zumindest mal ansehen.

Ich hasse neue Dinge. Fürchte mich vor neuen Menschen und bekomme schwitzige Hände bei der Vorstellung, völlig unbekannte Dinge tun zu müssen. Aber das ist nur meine dämliche Panikstörung. Die soll sich verpissen.

Ein neues Ding, das ich nicht hasse, ist das Winterkleid, das ich mir bestellt habe und welches gestern ankam. So schön! Von einem kleinen Label aus Berlin, auch dort gefertigt (yay, gute-Nudel-Sterne für das Vermeiden von Sweatshops und Kinderarbeit!) und sehr gut verarbeitet. Kann ich bisher nur empfehlen. Es muss natürlich erst noch den Ganztagestest bestehen – aber prinzipiell bin ich entzückt. Nächstes Mal sollte ich Größe M statt L nehmen … aber ich bin derzeit gerade so auf der Kippe zwischen 38 und 40, da bleibe ich bei unbekannten Herstellern erst einmal noch vorsichtig.

Egal wie – das Label 3Elfen gefällt mir bisher. Vielleicht mache ich morgen auch nochmal Fotos von mir, in diesem Kleid steckend.

Jetzt noch ein paar Stunden Arbeit (diese Woche eher nervig, unschön und ungemütlich) und dann ist Wochenende. Komplett mit Werewolfspielen und kuscheligem Freundehaufen. So mag ich Herbst.

Ach watt, Leben!, Dat Nerdstuff

Präventivbelohnung

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Wie man sehen kann bin ich wieder fleißig am Prokrastinieren. Immer wenn ich etwas zu tun habe, das nicht beruflich ist, neige ich fatal dazu, sofort etwas anderes zu machen. Im aktuellen Beispiel: Ich möchte die Weihnachtsgeschenke für die Waldnymphe und den Erklärfaun fertig bekommen, dazu noch den Blogheader für Wren … und zack fällt mir statt dessen ein Bild zum Werewolf-RP aus den Fingern.

Ärgerlich – aber leider nicht zu ändern. Es bedeutet jedoch nicht, dass ich die anderen Sachen dann vergesse oder gar nicht erst anfange. Ich gerate schon noch rechtzeitig in Panik und mache alles fertig. Insgesamt also eine Unart, die mich weitaus härter trifft als meine Umgebung.

Auch sonst bin ich nicht im Plan. Ich habe mich dank Muskelkater und dem üblichen Zyklusgedöhns wieder auf 65,8 Kilo hochgewirtschaftet und bin damit natürlich nicht zufrieden. Zugegebenermaßen schludere ich auch mit dem Defizit. Und das käst mich maximal an. Ich muss wieder mehr Willenskraft aufwenden. Auch wenn das im Winter, wenn man gern aus sich selbst heraus Wärme erzeugen möchte, gar nicht so einfach ist.

Ich versuche mich zu motivieren, in dem ich mir eine Präventivbelohnung gegönnt habe. Normalerweise neige ich nicht zu solchen Dingen. Habe ich während der kompletten Abnahme nicht. Die Belohnung fürs Abnehmen war, abgenommen zu haben. Und auch jetzt hätte ich mir das Ding so oder so gekauft. Was mache ich mir eigentlich vor?

„Das Ding“ ist „Sorcerers Crusade“, das Renaissance-Regelwerk von Mage. Wir wollen damit (sofern K. nicht Zeter und Mordio schreit, ihn haben wir noch nicht gefragt, gingen von seiner stillschweigenden Zustimmung aus) im nächsten Jahr, wenn die Werewolf-Session vorbei ist, anfangen. Ich habe noch nie Mage gespielt (doch, einmal. Aber nur einen Abend lang) und bin sehr gespannt. Ich habe die vage Vorstellung, dass es so eine Art Ars Magica mit abgespeckten Regeln ist. Keine Ahnung, wie ich auf diesen Trichter komme, doch spukt es mir im Kopf herum. Mal sehen, ob es auch nur ansatzweise stimmt.

Jedenfalls habe ich mir das Regelwerk nun antiquarisch bestellt. Kostete nur 24 Euro (auf Amazon.com wäre es sogar noch viel billiger gewesen – aber ich weiß nicht, ob und wenn ja wie ich von dort bestellen kann). Mir wäre es zwar als Ebook lieber gewesen – aber die alten Sachen hat White Wolf (bzw. ihre Nachfolger) nicht zum Downloadkauf zur Verfügung gestellt. Oder zumindest nicht diese obskuren Nischensysteme.

Aber dieses Wochenende tauchen Magier erst einmal nur als NSCs auf. Denn es ist Vampire-Zeit! Der große Showdown, auf den die Gruppe seit über einem Jahr hinarbeitet, steht an. Mal sehen, ob sie ihn auch erreichen oder nicht vorher noch tausend Dinge tun. Das ist natürlich in Ordnung. Rollenspiel besteht schließlich daraus, dass die Spieler tun was immer sie wollen.

Für mich ist nach dem Showdown erst einmal Entspannung angesagt. Ab dann werde ich eine Zeitlang nicht mehr Spielleiten, sondern es genießen, nur zu spielen. Darauf freue ich mich sehr. Obwohl ich Worldbuilding liebe und in jeden meiner NSCs sehr vernarrt bin.

Jetzt also noch einen Arbeitstag durchziehen, Winterreifen draufpacken, einkaufen gehen … und dann ist Wochenende!